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"Weder Raum noch Zeit für großes Gejammer" - Stuttgarter Zeitung 19.02.2009

Göppinger Wirtschaftsjunioren wollen in diesem Jahr vor allem in die Zukunft denken
 

GÖPPINGEN. Sie wollen sich selbst und andere starkmachen für die Zukunft. Trotz der weltweiten konjunkturellen und ökonomischen Krise - oder gerade deswegen - haben die Göppinger Wirtschaftsjunioren das Jahresmotto "Fit for Future" ausgegeben.

Von Andreas Pflüger

Auf dem Tisch vor Fred Strafela, dem neuen Vorstandssprecher der Göppinger Wirtschaftsjunioren (WJ), steht ein Wasserglas, das etwa zur Hälfte gefüllt ist. Das Bild hat Symbolcharakter und lässt nach dem Verlauf des eben zu Ende gegangenen Pressegesprächs keinen Interpretationsspielraum. Es ist halb voll - und eben nicht halb leer. Den Jungunternehmern geht es um das Positive, um Optimismus und um den Blick nach vorn. Gerade in der allgegenwärtigen Krise.

"Aus unserer Sicht ist weder der entsprechende Raum da, noch ist es die richtige Zeit, ein großes Gejammer anzustimmen", sagte Strafela. Und Tino Grunwald, sein Vorgänger bei den Wirtschaftsjunioren, fügte hinzu, "dass die momentane Phase für eine Vielzahl der Firmen und Betriebe natürlich sehr schwierig ist, dass wir aber ausdrücklich nicht in den Tenor einstimmen wollen, dass alles noch viel schlechter wird".

Genau aus diesem Grund hätten sich die Wirtschaftsjunioren aus dem Stauferkreis für das Jahr 2009 das Motto "Fit for Future" auf die Fahne geschrieben, erklärte Strafela. "Zum einen wollen wir uns selbst und unsere Unternehmen in Form bringen, um für die Herausforderungen gewappnet zu sein, die auf uns zukommen", fuhr er fort. Es gehe aber ebenfalls darum, anderen zur Seite zu stehen, ergänzte der stellvertretende WJ-Vorstandssprecher Armin Schürz.

Gerade deshalb setzen die Wirtschaftsjunioren ihre bewährten Aktionen auch ohne Abstriche fort. So wird das Teen-Spirit-Projekt an der Faurndauer Haierschule bis zum Schuljahresende weiterlaufen. Einmal pro Woche ist ein Wirtschaftsjunior vor Ort, häufig begleitet von einem weiteren Firmenvertreter, um eine zweistündige Unterrichtseinheit für die Hauptschüler zu gestalten.

"Ursprünglich wollten wir ,Teen Spirit" im vergangenen Sommer auslaufen lassen", berichtete der WJ-Geschäftsführer Gernot Imgart. Davon könne inzwischen keine Rede mehr sein. "Es stellt sich nur noch die Frage, wie und wo wir das Projekt weiterführen", betonte er. "Auf irgendeine Weise müssen wir in jedem Fall weitermachen", sagte Fred Strafela. Zum einen sei man mit dem Kultusministerium im Gespräch, das die Göppinger Wirtschaftjunioren in dieser Sache gerne als Mentoren für etwaige Nachahmer gewinnen möchte. "Und zum anderen gibt es Anfragen von anderen Schulen aus dem Kreis."

Weiterlaufen wird auch das Kulturpatenprojekt, das 2004 angestoßen worden ist. So wird Tino Grunwald erneut mit den Machern der Göppinger Orgelwoche kooperieren, während sich Gernot Imgart um die "Meisterkonzert"-Reihe kümmert. Beide erklärten unisono, dass es dabei nicht um finanzielles Sponsoring gehe. Man bringe vielmehr das vorhandene Knowhow ein und leiste Hilfe für engagierte Ehrenamtliche.

Um Wissen und Knowhow geht es auch im neuen WJ-Ressort mit dem Titel "Wirtschaft und Gesundheit". Mit diesem Schwerpunkt, unter anderem ist ein Vortrag zum Burn-out-Syndrom geplant, wird indes nicht nur in Göppingen Neuland betreten. "Das gibt es bei den Wirtschaftsjunioren bundesweit noch nirgends", sagte Imgart.